Deutsch-Israelisches Gesundheitsforum – gemeinsam gegen Corona

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Die Corona-Pandemie hat wie kaum eine Herausforderung der vergangenen Jahre verdeutlicht, wie wichtig internationale Kooperationen mittlerweile sind. Vor diesem Hintergrund hat ELNET das Deutsch-Israelische Gesundheitsforum organisiert. 

Das Forum bot deutschen und israelischen Entscheidungsträgern und Experten mit zwei Paneldiskussionen eine exzellente Gelegenheit, die Strategien und Herangehensweisen ihrer Staaten im Zuge der COVID-19 Pandemie in kleiner Runde zu diskutieren und Schlüsse aus den gemeinsamen Herausforderungen, Lösungsansätzen und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen zu ziehen.

Das erste Panel befasste sich mit den israelischen und deutschen Impfkampagnen. Im Fokus stand ein Austausch über die unterschiedlichen Strategien sowie Erfolge und Lehren. Das zweite Panel diskutierte die Auswirkungen der Impfkampagnen auf Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik.

Als Redner nahmen teil:

  • Erwin Rüddel MdB (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages 
  • Prof. Dr. Ran Balicer, Vorsitzender des Nationalen Expertenrats für COVID-19 und Berater der israelischen Regierung und Chief Innovation Officer, Clalit Health Services 
  • Kerstin Griese MdB (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, Stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe
  • Yoav Kisch MK (Likud), Stellvertretender Gesundheitsminister Israels

Zu Beginn lobte Erwin Rüddel MdB die fortgeschrittene Digitalisierung des israelischen Gesundheitssystems und stellte in diesem Zusammenhang einen „großen Nachholbedarf“ für Deutschland fest. Israel ist weltweit als Startup Nation bekannt. Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie begann eine Vielzahl von Startups, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Eine ausführliche Dokumentation von Start-Up Nation Central, Partner von ELNET im Rahmen des German Israeli Network of Startups & Mittelstand (GINSUM), findet sich hier. 

Eine weitere Herausforderung, der sich Deutschland und Israel gleichermaßen stellen müssen, ist der Umgang mit Falschinformationen sowie mit Impfgegnern. Prof. Dr. Ran Balicier erläutere: „Wir sagen nicht, vertrauen sie uns. Wir sagen, das ist was wir wissen. Auch was wir nicht wissen.“ Neben vollständiger Transparenz betonte er die Wichtigkeit, dass Politiker mit gutem Beispiel vorangehen und zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

In diesem Zusammenhang wurde auch ausgiebig diskutiert, welche Maßnahmen genutzt werden können, um mehr Menschen dazu zu motivieren, sich impfen zu lassen und die Akzeptanz in der Gesellschaft zu vergrößern. In Israel wurde eine sogenannte „Grüne Karte“ eingeführt, mit welcher Bürgerinnen und Bürger nach ihrer zweiten Impfung wieder mehr Zugang zum öffentlichen Leben ermöglicht wird. Diese Idee ist in Deutschland bislang gesellschaftlich und politisch umstritten. Der deutsche Ethikrat sprach sich zuletzt gegen eine solche Gewährung von Sonderrechten für Geimpfte aus. 

Prof. Dr. Ran Balicier erläutere, dass Israel derzeit eine andere Ausgangslage habe, da ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehe. Er verdeutlichte auch, dass es sich bei der „Grünen Karte“ nicht um eine Form von Diskriminierung handle, da Nicht-Geimpfte mit negativen Testergebnis, die gleichen Rechte erhielten. Vielmehr gehe es um Risikomanagement und den Schutz der öffentlichen Gesundheit. 

Für Deutschland empfiehlt sich ein genauer Blick auf das israelische Krisenmanagement. Für Israels nach dem dritten Lockdown extrem angeschlagene Wirtschaft ist derweil insbesondere die wirtschaftliche Langzeitstrategie der Bundesregierung von großem Interesse. Kerstin Griese MdB erläuterte im Rahmen des zweiten Panels verschiedene Maßnahmen-Pakete wie Kurzarbeit und das Beschäftigungssicherungsgesetz, die dazu dienen, Arbeitsplätze zu sichern und die Wirtschaft anzukurbeln. Weiterhin betonte die Parlamentarische Staatssekretärin, dass zukunftsorientierte Investitionen in das Gesundheitssystem unerlässlich sind: „Corona ist wie ein Brennglas, das unsere Aufmerksamkeit darauf lenkt, worin wir besser werden müssen.“ 

Der stellvertretende israelische Gesundheitsminister Yoav Kisch MK erläuterte die verschiedenen Maßnahmen, die es Israel ermöglichen, gezielt auf die Krisensituation zu reagieren. Er machte deutlich, dass die Kooperation mit dem Gesundheits- und Krankenkassenwesen der Schlüssel zu Israels erfolgreicher Impfstrategie sei. Das System sei gut verknüpft, und gewähre Bürgerinnen und Bürgern einen einfachen und unkomplizierten Zugang zu Impfungen. Außerdem erleichterten logistische und technische Innovationen eine effizientere Nutzung des Impfstoffes durch ein besseres Lager- und Verteilsystem. 

ELNET unterstützt den deutsch-israelischen Austausch im Kontext Digital Health bereits mit dem German Israeli Network of Startups & Mittelstand (GINSUM). Weitere Formate befinden sich derzeit in Planung. Das Gesundheitsforum in voller Länge findet sich hier.