Von der Terrorismusbekämpfung über die Cybersicherheit bis hin zur Drohnenabwehr: Deutschland und Israel haben ihre Sicherheitszusammenarbeit in den vergangenen Jahren kontinuierlich intensiviert.
Vor diesem Hintergrund besuchte Zohar Palti Mitte Oktober die deutsche Hauptstadt. Über viele Jahre prägte er die bilateralen Beziehungen in führenden Positionen des israelischen Sicherheitsapparats mit und engagiert sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst für ihren Ausbau. Palti leitete das politisch-militärische Büro im israelischen Verteidigungsministerium sowie die Nachrichtendienstabteilung des Mossad. Heute steht er dem Forum of Strategic Dialogue vor, in dessen Rahmen ELNET unter anderem strategische Dialoge zwischen israelischen und deutschen Entscheidungsträgern organisiert, um gemeinsame Lösungen für außen- und sicherheitspolitische Herausforderungen zu finden.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten und ihre sicherheitspolitischen Auswirkungen. Zugleich ging es um Deutschlands innere Sicherheit, nicht zuletzt angesichts russischer Sabotageakte wie am Flughafen Leipzig/Halle. Doch auch die israelische Innenpolitik war Thema: Mit Blick auf die anstehenden Knessetwahlen betonte Palti, dass sich der Wahlausgang derzeit kaum vorhersagen lasse.
Palti hob zudem Deutschlands wachsende Verantwortung in Europa und im Nahen Osten hervor und begrüßte etwa im Interview mit der Welt ausdrücklich das stärkere deutsche Engagement für die Verteidigung Europas. Die Weitergabe modernster israelischer Sicherheitstechnologie an Deutschland unterstreiche das enge Vertrauensverhältnis der beiden Länder.
Zugleich benannte Palti zahlreiche Möglichkeiten, wie Deutschland aktiv zur Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten beitragen könne. Dazu zähle etwa ein stärkeres Engagement bei der Entwaffnung der Hisbollah, deren Position derzeit so geschwächt wie selten zuvor sei. Darüber hinaus könne Deutschland zwischen Israel und der Türkei vermitteln, deren einst enge Partnerschaft durch die Politik Ankaras zunehmend unter Druck geraten sei.
