Aufklärungsdrohne der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte / Quelle: IDF Spokesperson's Unit

Kleine Drohnen, große Herausforderungen: deutsch-israelische Perspektiven auf neue Bedrohungen aus der Luft

Letztes Jahr registrierte das Bundeskriminalamt über 1.000 verdächtigen Drohnen über militärischen Einrichtungen, kritischer Infrastruktur und Flughäfen. Sie legen erhebliche Sicherheitslücken offen – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Gleichzeitig revolutionieren kleine Drohnen (small unmanned aircraft system, sUAS) das Schlachtfeld in der Ukraine, wo sie inzwischen für über 70 Prozent der Verluste beider Kriegsparteien verantwortlich sind.

Kleine, kommerziell verfügbare Drohnen haben sich binnen kürzester Zeit von Freizeitgeräten zu einem zentralen sicherheitspolitischen Problem entwickelt. Das neue Policy Briefing „Defending Against the Small Drone Revolution: German–Israeli Perspectives on New Security Frontiers“, das im Rahmen der ELNET Security & Defense Initiative (ESDI) entstand, analysiert diese Entwicklung. Es zeigt, warum Deutschland und Israel vor ähnlichen Herausforderungen stehen und weshalb eine engere Zusammenarbeit großes Potenzial bietet.

Israel verfügt über jahrzehntelange operative Erfahrung im Umgang mit asymmetrischen Bedrohungen, einschließlich des Einsatzes von Drohnen durch nichtstaatliche Akteure. Zwar spielten bewaffnete sUAS im Gaza-Krieg bislang nur eine untergeordnete Rolle, doch ihre Verbreitung birgt ein erhebliches Eskalationsrisiko. Deutschland wiederum steht als größter europäischer Unterstützer der Ukraine im engen Austausch zu operativen Erfahrungen in der Abwehr kleiner Drohnen in hochintensiven Gefechten.

Israels innovationsgetriebenes und einsatzerprobtes Ökosystem ergänzt sich mit Deutschlands Forschungslandschaft und industrieller Leistungsfähigkeit, wie auch das ESDI Briefing Die deutsch-israelische Verteidigungskooperation: Eine Bestandsaufnahme zeigt. Gemeinsame Testfelder, strukturierte Technologiepartnerschaften und der strategische Dialog können beiden Seiten helfen, schneller auf neue Bedrohungen zu reagieren. Ein German Israeli Defense Tech Hub könnte dabei als wichtige Grundlage dienen.

Die zentrale Botschaft ist klar: Die erfolgreiche deutsch-israelische Drohnenkooperation der Vergangenheit – etwa beim Heron-System – muss in das Zeitalter der kleinen Drohnen übertragen werden.

Die Publikation ist derzeit in englischer Sprache verfügbar. Eine deutsche Fassung wird in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.