Fragemauer Lesung Schule Freital

Fragen in Freital – die Fragemauer auf Tour in Sachsen

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles war die Fragemauer von ELNET Mitte September zu Gast im sächsischen Freital. Am Weißeritzgymnasium diskutierten Staatsminister Conrad Clemens und Carsten Ovens von ELNET mit rund 50 Schülerinnen und Schülern der Oberstufe über jüdisches Leben und Israel.

Judenfeindliche Straftaten erreichen Jahr für Jahr neue Höchststände. Deshalb hat sich ELNET bereits zum Start der Bildungskampagne Fragemauer im Frühjahr 2023 zum Ziel gesetzt, Diskriminierung, Unwissen und Hass mit Aufklärung zu begegnen.

Die Dialogveranstaltung wurde von Schulleiterin Jeanette Gernat eröffnet. In seinem Grußwort betonte Kultusminister Clemens die Bedeutung von Bildung und Dialog. Mit einem anschließenden Impuls ging Carsten Ovens entsprechend darauf ein, wie der Judenhass insbesondere seit dem 7. Oktober auch in Deutschland zugenommen hat und oftmals als „Israelkritik“ verpackt wird. Dabei werde leider viel zu oft mit zweierlei Maß gemessen oder schlicht auf Fakten verzichtet. Auch komme es sehr auf die genaue Wortwahl und die Bedeutung von Formulierungen an. Parolen wie „From the river to the sea …“ zielen eben nicht darauf ab, für Juden und Muslime ein friedliches Miteinander zu ermöglichen, sondern den jüdischen Staat Israel zu vernichten.

Anschließend wurden Fragen aus der Kampagne anhand der Buchedition der Fragemauer im Gespräch aufgegriffen und diskutiert. „Woher kommt der Judenhass? “ und „Warum ist Israel bei der EM-Quali dabei?“ dienten dazu, gesellschaftliche Herausforderungen für jüdisches Leben und die politische Ausgrenzung von Israel als jüdischem Staat aufzuzeigen. Anhand der Fragen „Kennt ihr einen guten (also nicht antisemitischen) Judenwitz“ und „Essen Juden Cheeseburger?“ diskutierten Clemens und Ovens über Humor und seine Grenzen sowie jüdisches Alltagsleben mit einem Blick auf religiöse Speisevorschriften.

Für die sächsische Edition der Fragemauer wurden von ELNET auch drei eigene Fragen mit regionalem Bezug entwickelt: „Wer oder was ist Tacheles?“, „Sächseln Juden eigentlich auch?“ und „Ist die Eierschecke koscher?“ gehen auf regionale Aspekte jüdischen Lebens im Freistaat ein.

Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich rege mit eigenen Fragen, die einerseits den ausufernden Antisemitismus betonten und sich andererseits um Israel, den Krieg gegen die Terrororganisationen und die deutsch-israelischen Beziehungen drehten.

Staatsminister Clemens dankte ELNET zum Abschluss dafür, mit der Fragemauer eine tolle Bildungs- und Dialogkampagne entwickelt zu haben, von der Schulen nur profitieren können.

Die Fragemauer wird in diesem Jahr vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus gefördert und fügt sich ins Themenjahr Tacheles ein, welches mit einer Vielzahl von Veranstaltungen jüdisches Leben in den Mittelpunkt rückt. ELNETs große Bildungskampagne wurde in Kooperation mit der Hamburger Kreativagentur Philipp und Keuntje (PUK) entwickelt. Die Fragemauer ist mehrfach international ausgezeichnet worden und in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal für den renommierten Simon-Wiesenthal-Preis nominiert, der Mitte November im Auftrag des österreichischen Parlaments vom Nationalfonds der Republik Österreich verliehen wird.