Eurofighter Typhoon auf der britischen Luftwaffenbasis RAF Akrotiri / Quelle: Sgt. James D. Medeiros / UK Ministry of Defence

Von Akritori zu Artikel 42? Bündnispolitische Fragen im Rahmen des Irankrieges

Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz bereits im Zuge der im Januar 2026 blutig niedergeschlagenen Proteste im Iran von den „letzten Tagen und Wochen“ des iranischen Regimes sprach, haben Israel und die USA eine weitere Militäroperation gegen den Iran gestartet. Im Rahmen dieser wurden Ajatollah Ali Chamenei sowie eine Vielzahl hoher weiterer Regimevertreter ausgeschaltet.

Anders als noch während des Zwölftagekriegs im Juni 2025 nimmt der Iran nun Ziele in der gesamten Golfregion sowie auch im Mittelmeer ins Visier. So wurde auch ein britischer Luftwaffenstützpunkt auf der Mittelmeerinsel Zypern von einer iranischen Drohne erfasst. Welche Folgen der Angriff auf das Hoheitsgebiet eines NATO-Staats, der wiederum von einem EU-Staat umringt ist, hat, erklärt ELNET im Explainer „Von Akrotiri zu Artikel 42?  Bündnispoltische Fragen im Rahmen des Irankrieges“.

Spätestens mit der russischen Vollinvasion der Ukraine im Jahr 2022 haben die Fragen der Bündnistreue für die europäischen NATO-Staaten einen immanenten Charakter angenommen. Gleichzeitig plädierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unlängst bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 dafür, die EU-Beistandsklausel, Artikel 42 Absatz 7 der EU-Verträge, mit Leben zu füllen.

Es ist nun der mit Russland verbündete Iran, der mit seinem Angriff auf britisches Hoheitsgebiet eine Antwort der europäischen NATO-Staaten auf die Frage erzwingt, wie mit einem Angriff auf einen Bündnispartner umzugehen ist.