ELNET startet mit Pita & Politics ins Jahr 2026

Das Jahr 2026 ist turbulent gestartet. Von den Protesten im Iran bis zu neuen geopolitischen Spannungen jenseits des Atlantiks bleibt die Lage dynamisch. Vor diesem Hintergrund lud ELNET zum Neujahrsempfang Pita & Politics ins Berliner Büro. Bei israelischen Spezialitäten diskutierten die Gäste mit Rixa Fürsen, Head of Podcast bei Politico Deutschland, die möglichen geopolitischen Entwicklungen der kommenden Monate.

Zum Auftakt stellte Carsten Ovens, CEO des European Leadership Network (ELNET) in Berlin, zentrale Ergebnisse des neu erschienen Israel Survey 2025 vor. Die Langzeitstudie zeigt, dass sich die Prioritäten europäischer Parlamentarier verschieben. Verteidigung und Terrorabwehr gewinnen an Bedeutung, während zivile Themen wie Klima oder Kultur an Gewicht verlieren. Auffällig ist der klare Meinungswandel der Abgeordneten, von denen sich inzwischen rund 70 Prozent für eine Auflösung der UNRWA aussprechen – ein deutlicher Indikator für den Vertrauensverlust in etablierte internationale Strukturen. Trotz politischer Spannungen wird die Bedeutung einer engen Partnerschaft mit Israel weiterhin in den Parlamenten klar erkannt.

Impuls: Iran

In ihrem Impuls zeichnete Rixa Fürsen ein nüchternes Bild der weltpolitischen Lage. Eine Schlüsselrolle für die Stabilität des Nahen Ostens spiele die Entwicklung im Iran. Den mutigen Protesten der Menschen vor Ort zollte sie großen Respekt. Ein Ende des Regimes könnte die Sicherheitslage Israels und der Region nachhaltig verbessern. Teile des politischen Spektrums in Europa agierten jedoch angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen weiterhin zu zurückhaltend. Im Gegensatz zu Europa sprächen die USA unter Trump eine Sprache der Stärke, die im Nahen Osten verstanden werde.

Diskussion: NATO, Türkei und Strategie

In der anschließenden Diskussion standen die strategischen Herausforderungen Deutschlands und Europas im Mittelpunkt:

  • Ankara als schwieriger Partner: Die Rolle der Türkei innerhalb der NATO wurde intensiv beleuchtet. Kritisiert wurde der oft opportunistische Kurs Ankaras, dem Europa zu selten klare Bedingungen entgegensetze.
  • Transatlantische Vertrauenskrise: Angesichts aktueller geopolitischer Irritationen, etwa im Kontext Grönland, wurde hinterfragt, wie belastbar das transatlantische Vertrauensverhältnis derzeit noch ist und was das für die Bündnisfähigkeit der NATO bedeutet.
  • EU-Sanktionspolitik: Breite Einigkeit bestand in der Kritik an der zögerlichen Haltung der EU gegenüber dem Iran. Das Festhalten am Einstimmigkeitsprinzip mache Europa oft handlungsunfähig. Mehrheitsentscheidungen bei Sanktionen wären ein notwendiges Instrument für mehr geopolitisches Gewicht.
  • Parlamentswahl in Israel: Mit Spannung werden die Wahlen Ende Oktober erwartet. Der Ausgang ist offen und hängt maßgeblich davon ab, ob militärische Stärke weiterhin im Vordergrund stehen muss.

Ein tiefergehender Auftakt, der zeigte: 2026 wird kein Jahr für einfache Antworten, aber eines, in dem der direkte Austausch wichtiger denn je sein wird.