Maritime Sicherheit im Zeitalter hybrider Bedrohungen und autonomer Systeme

Drohnenüberflüge über europäische Häfen sowie Angriffe auf die Unterwasserinfrastruktur in Mittelmeer und Ostsee haben jüngst erneut die Verwundbarkeit zentraler maritimer Knotenpunkte offengelegt. Gleichzeitig stehen wichtige Schifffahrtsrouten durch die Spannungen im Nahen Osten unter Druck.

Der Krieg in der Ukraine verdeutlicht zugleich, wie die Kostenasymmetrie unbemannter Systeme das moderne Gefechtsfeld verändert. Was sich in der Luft bereits durch den massenhaften Einsatz von FPV- und Shahed/Geran-Drohnen abzeichnet, setzt sich zunehmend im maritimen Raum fort und birgt das Potenzial, etablierte Kräfteverhältnisse zu verändern.

In diesem instabilen Umfeld gewinnt die deutsch-israelische Zusammenarbeit weiter an Bedeutung. Dabei kann im Bereich maritimer Sicherheit auf eine langen Tradition gebaut werden: von Konstruktionsplänen für Raketenschnellboote in den 1960ern über seit den 1990ern in Kiel gefertigte U-Boote bis hin zu autonomen Unterwassersystemen.

Das neue Policy Briefing „German-Israeli Cooperation in Maritime Security: Sailing Ahead in an Era of Hybrid Threats“, das im Rahmen der ELNET Security & Defense Initiative (ESDI) entstand, analysiert diese Entwicklung. Es zeigt, warum Deutschland und Israel im maritimen Raum vor ähnlichen Herausforderungen stehen und welche Chancen eine engereZusammenarbeit eröffnet.

Erfolgreiche gemeinsame Projekte wie das autonome Unterwassersystem „Blue Whale“ oder die Zusammenarbeit in Cybersicherheit und der Abwehr von Kleinstdrohen beweisen derzeit, wie gut sich deutsche Industriekompetenz und israelische Innovationskraft ergänzen. 

Ein gemeinsamer deutsch-israelischer Defense Tech Hub könnte als zusätzlicher Innovationsmotor dienen und neue Lösungen vorantreiben, die sowohl in Europa als auch in Israel benötigt werden. Mehr dazu im Policy Briefing.