Erfolgsfaktoren der deutsch-israelischen Kooperation: ELNET auf der Enforce Tac

Die jüngsten Israel-Besuche von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt Anfang Januar sowie vom Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding Mitte Februar, machen deutlich: Die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel sollte ausgebaut werden – und das wird zunehmend erkannt. Bei den Besuchen ging es um den „Cyberdome“, Drohnenabwehr, die Reserve sowie Frauen in den Streitkräften.

Doch wie lassen sich politische Willensbekundungen konkret umsetzen? Dieser Frage widmete sich das Side Event der Enforce Tac „Field Proven Security & Defense Technology“. Im Rahmen der ELNET Security and Defense Initiative (ESDI) richtete ELNET die Runde gemeinsam mit der israelischen Wirtschafts- und Handelsmission, dem Israel Export Institute und NEX42 aus.

Die Veranstaltung wurde von Carsten Ovens, ELNET CEO in Berlin, sowie dem Polizeibeauftragten des Bundes beim Deutschen Bundestag Uli Grötsch eröffnet, und brachte Experten aus Ministerien, Verbänden, Unternehmen und Startups zusammen.

Grötsch zeichnete ein alarmierendes Lagebild hybrider Bedrohungen in Deutschland: von Desinformation und Cyberangriffen über Drohnenüberflüge bis hin zu Sabotageakten. Zugleich betonte er, dass Israel aufgrund seiner besonderen sicherheitspolitischen Ausgangslage über einen erheblichen Erfahrungsvorsprung verfügt. Gerade diese operativen Erfahrungen machen eine enge Kooperation so wertvoll.

Ovens skizzierte den Status Quo der deutsch-israelischen Verteidigungszusammenarbeit, die mittlerweile für beide Seiten strategisch bedeutend ist. Er schloss mit einer klaren Handlungsempfehlung: der Einrichtung von German Israeli Defense Tech Hubs. Ihr Ziel müsse sein, die bilaterale Kooperation in Forschung, Prototyping und einsatznaher Weiterentwicklung von Zukunftstechnologien zu institutionalisieren.

Im anschließenden Panel, das vom ehemaligen israelischen Luftwaffengeneral Amir Gat moderiert wurde, diskutierten Vertreter deutscher und israelischer Unternehmen über Chancen und Herausforderungen der Kooperation. Besonders in der Beschaffung treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander: Agile, einsatzgetriebene Innovationsprozesse in Israel stehen komplexen und oft sehr bürokratischen Strukturen in Deutschland gegenüber. Anhand konkreter Best Practices zeigten die Panelisten jedoch, dass die Zusammenarbeit sehr erfolgreich kann.

Der Wille dazu ist vorhanden, was mehr als 40 anwesende israelische Unternehmen unterstrichen, die ihre Innovationen auf der Enforce Tac präsentierten. Die Messe hat sich inzwischen zur bedeutendsten Verteidigungsmesse Deutschlands entwickelt.