Digital Health Delegation 2021

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Vom 21. – 25. November 2021 hat GINSUM in Kooperation mit Start-Up Nation Central die erste hochkarätige Delegation aus dem deutschen Gesundheitssektor nach Israel geladen. Der Fokus der Delegation lag darauf, wegweisende israelische Technologien im Bereich Digital Health vorzustellen und ein umfassendes Verständnis für das israelische Gesundheitssystem zu erlangen. Außerdem sollten die Delegationsreise Möglichkeiten geben, sich mit dem israelischen Startup-Ökosystem insgesamt, dessen Innovationsstärke und Technologiekompetenz vertraut zu machen.

Mit seinen 9,4 Millionen Einwohnern hat Israel die höchste Dichte an Startups pro Kopf weltweit (+6.800). Rund 700 Unternehmen sind im Bereich Digital Health tätig, weitere 700 Unternehmen beschäftigen sich mit Medizinprodukten oder medizinischen Geräten und 300 Unternehmen forschen im Bereich Arzneimittel. Die dominantesten Teilsektoren, auf die etwa 80% der Finanzierung entfallen, sind Entscheidungsunterstützung, Diagnostik und Fernüberwachung. Darüber hinaus macht das dynamische multinationale Engagement sowie das einzigartige, digitalisierte System Israel zu einem hochinteressanten Ort, um nach neuen digitalen Gesundheitstechnologien zu suchen. Dies belegt auch der eindrucksvolle Anstieg an Venture Capital Investitionen. Alleine im ersten Halbjahr 2021 wurde mit über einer Milliarde US-Dollar rund 25% mehr Kapital in junge Technologieunternehmen investiert, als im gesamten Vorjahr.

Im Januar 2021 hat die Bundesregierung mit dem DVPMG-Gesetz ein neue Verordnung zur digitalen Modernisierung und Versorgung des Gesundheitswesen beschlossen. In einem ersten Schritt wurden die DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) und DIPA (Digitale Pflegeanwendung) umgesetzt, also der Einsatz digitaler Apps mit dem Ziel, das Gesundheitswesen und die Pflege durch entsprechende digitale Angebote zugänglicher und einfacher bedienbar zu machen. 

Der fünftägige Besuch in Israel war daher darauf ausgerichtet, sich speziell auf digitale Therapeutika und Diagnosetechnologien zu konzentrieren. Während des Besuchs konnten die Delegation mehrere Digital Health Startups kennenlernen. Des Weiteren traf sich die Delegation mit Vertretern des israelischen Gesundheitsministeriums und israelischer Krankenkassen, VCs, in Krankenhäusern angesiedelten Innovationszentren sowie Acceleratoren im Gesundheitswesen. Außerdem wurden ihnen verschiedene akademische Technologietransfer Organisationen vorgestellt, die zusammen ein exzellentes Umfeld für Tests und klinische Studien bieten.

Einer der aufschlussreichsten Punkte war das zentralisierte und digitalisierte Gesundheitssystem selbst. Israels vier Krankenkassen, die etwa 9 Millionen Menschen behandeln, bieten ein einzigartiges Modell, von dem sich Deutschland einiges abschauen kann. Mit ihrem riesigen Pool an integrierten Daten, ihrem regulatorischen Umfeld und der Empfänglichkeit der Ärzte für neue Methoden ist es ihnen möglich, ihren Mitgliedern die fortschrittlichsten und bequemsten Behandlungsoptionen und Benutzererfahrungen zu bieten. Israel arbeitet mit der HIE-Plattform, der National Health Information Exchange Platform, die alle Gesundheitsdienstleister verbindet und jedem Arzt Zugang zur individuellen Krankenakte eines Patienten sowie zu historischen Gesundheitsdaten direkt am Point-of-Care ermöglicht. Dieses komfortable und einfach zu bedienende System reduziert Fehler bei Diagnose und Behandlung, und vermeidet die Wiederholung unnötiger Untersuchungen. Außerdem werden hierdurch überflüssige Ausgaben reduziert. Dem Patienten bleiben damit gleich mehrere zusätzliche Unannehmlichkeiten erspart.

Mit seiner hoch innovativen Wirtschaft ist Israel der perfekte Ort, um neue Ideen und Möglichkeiten im Bereich Digital Health kennenzulernen und auch in Deutschland zu nutzen. Gleichzeitig bietet sich die Chance Synergien zu schaffen, von der beide Seiten langfristig profitieren können.

Auch im nächsten Jahr plant ELNET im Rahmen von GINSUM wieder eine Delegationsreise nach Israel zum Thema Digital Health. Weitere Informationen gibt es auf Nachfrage per E-Mail sowie auf LinkedIn.