Gruppenfoto mit Zeitzeugen und Nominierten

Simon-Wiesenthal-Preis: Ehrung für Kampagne Fragemauer

Im Österreichischen Parlament wurde am 12. März 2024 der Simon-Wiesenthal-Preis 2023 verliehen. Für ELNET war es eine große Ehre, mit der „Fragemauer“ aus fast 200 Projekten weltweit in der Kategorie „Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus“ neben zwei weiteren Projekten nominiert zu sein. 

Die Nominierung ist bereits eine wichtige Anerkennung für ELNETs Bildungskampagne Fragemauer. Das Projekt zielt darauf ab, durch die humorvolle Vermittlung von Wissen rund um jüdisches Leben und den Staat Israel einen Beitrag gegen jede Form von Antisemitismus zu leisten.

Das Erbe von Simon Wiesenthal: Ein Einsatz für Gerechtigkeit und Menschlichkeit 

Der Simon-Wiesenthal-Preis ehrt das Andenken an Simon Wiesenthal (1908-2005), einen österreichischen Architekten, Publizisten und Schriftsteller, der die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus weltweit geprägt hat. Wiesenthal überlebte den Holocaust und verlor während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Familienmitglieder in Konzentrationslagern. Nach dem Krieg setzte er sich unermüdlich für die Gerechtigkeit ein und gründete das „Jüdische Dokumentationszentrum“ in Linz, Österreich, um Informationen über NS-Verbrecher zu sammeln und ihre Verfolgung voranzutreiben.

So will der Simon-Wiesenthal-Preis sein mutiges menschliches Erbe hochhalten und jene ehren, die dieses weiterleben lassen. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Juryvorsitzende Katharina von Schnurbein, Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission, überreichten den Hauptpreis 2023 an das Projekt „LIKRAT“, das jüdische und nichtjüdische Jugendliche und junge Erwachsene zusammenbringt, um antisemitische und antijüdische Stereotypen zu bekämpfen und ein pluralistisches Bewusstsein zu fördern.

Zusätzlich wurden Preise nach Spanien und Österreich verliehen. Die Asociación Cultural Mota de Judíos in Spanien erhielt den Preis für ihr zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus. Das Dorf Castrillo Matajudios (was in etwa als „Festung, die Juden tötet“ übersetzt werden kann) änderte 2015 offiziell seinen beleidigenden Namen zurück in Castrillo Mota de Judíos (Judenhügel) und ehrt somit seine jüdischen Ursprünge. In Österreich wurde die Organisation CENTROPA für ihr Engagement bei der Aufklärung über den Holocaust geehrt, besonders für ihre Arbeit in der Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges. ELNET gratuliert allen Gewinnern herzlich. 

Nominierung ist Bestärkung für den Ausbau der Kampagne Fragemauer

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie Organisationen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt gemeinsam daran arbeiten, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse der Shoah wach zu halten und eine bessere Zukunft zu schaffen. Besonders berührend war auch die Ehrung der Zeitzeugen aus sechs verschiedenen Ländern. Ihre persönlichen Geschichten und ihr Einsatz für den Kampf gegen Antisemitismus trotz ihrer eigenen traumatischen Erfahrungen waren sehr bewegend. Die Verleihung des Simon-Wiesenthal-Preises 2023 war ein unvergessliches Ereignis. Die Nominierung für diesen renommierten Preise ist eine große Auszeichnung für ELNETs Engagement, die zudem verdeutlicht, wie wichtig die Kampagne ‚Fragemauer‘ ist und dass sie Menschen tatsächlich erreicht“, fasst Carsten Ovens, CEO von ELNET für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die diesjährige Preisverleihung zusammen.

Ende Mai wird im die „Fragemauer“ mit 100 ausgewählten Fragen und Antworten als Buch bei Hentrich & Hentrich erscheinen. Parallel wird in diesem Frühsommer eine dritte Runde der Kampagne in Deutschland anlaufen. Eine Adaption der Kampagne für Österreich und andere EU-Länder ist in Planung. 

Bildrechte Foto: (c) Parlamentsdirektion/Johannes Zinner