Deutschlands Außenpolitik braucht ein Update

Mit den militärischen Operationen Israels und der USA gegen den Iran im Frühjahr 2026 sind die Defizite deutscher Nahostpolitik deutlicher denn je zutage getreten. Während sich die sicherheitspolitischen Herausforderungen in der Region grundlegend verändern, fehlt Deutschland weiterhin eine langfristige, interessengeleitete Strategie. Dabei könnte und sollte die Bundesrepublik aktuelle Entwicklungen im Nahen Osten aktiv gestalten, wie Carsten Ovens bereits im März in der Jüdischen Allgemeinen argumentiert. 

Im neuen ELNET Policy Briefing analysiert Dr. Marie-Theres Sommerfeld, Fellow bei ELNET in Berlin und wissenschaftliche Referentin am German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), nun die Ursachen dieser strategischen Orientierungslosigkeit und zeigt auf, warum der Iran nicht nur für Israel, sondern auch für Europa eine unmittelbare sicherheitspolitische Herausforderung darstellt. Sie beleuchtet die Grenzen deutscher Außenpolitik, die Rolle strategischer Kommunikation sowie die Frage, wie sich deutsche Staatsräson und nationale Interessen künftig schlüssiger miteinander verbinden lassen.

Gleichzeitig verdeutlicht das Briefing, welche Chancen sich aus einer vertieften Partnerschaft mit Israel ergeben – von Verteidigungskooperation und Nachrichtendiensten über Innovation bis hin zu gesellschaftlicher Resilienz. Es liefert konkrete Impulse für eine deutsche Nahostpolitik, die sich stärker an langfristigen Interessen, sicherheitspolitischen Realitäten und strategischer Handlungsfähigkeit orientiert.