Mit Grünem Wasserstoff gegen den Klimawandel

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Grüner Wasserstoff wird in der Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft eine zentrale Rolle spielen. Insbesondere in den Bereichen Verkehr, energieintensive Produktion und Wärme soll der Wasserstoff aufgrund seiner guten Transportabilität und vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten die bisherigen fossilen Energieträger ersetzen. Die Europäischen Union hat mit ihrer Wasserstoffstrategie bereits einen ersten Rahmen hierfür gesetzt. Dieser wurde von mehreren Mitgliedsländern, darunter auch Deutschland, bei der Erarbeitung der eigenen Vorgehensweise berücksichtigt.

Auch außerhalb Europas wird die Bedeutung von Grünem Wasserstoff zunehmend erkannt. So hat beispielsweise Israel diesem Energieträger eine zentrale Rolle zugeteilt: So sieht die nationale Strategie „Israel 2050“ eine Reduktion der CO2-Emmissionen um 80 Prozent vor, die mittels Einsatzes von Wasserstoff erreicht werden kann. 

Deutschland und Israel kooperieren im Bereich Innovation bereits eng miteinander und sind vielfältig miteinander vernetzt. Es erscheint daher logisch, den Herausforderungen durch den Klimawandel ebenfalls gemeinsam zu begegnen. Eine Kooperation zwischen Deutschland als Pionier der Energiewende und der sonnenreichen Startup Nation Israel bietet hierbei viele Chancen. Während Israel über eine günstige geografische Lage und ein immenses Innovationspotenzial verfügt, besitzt Deutschland eine einmalige Erfahrung hinsichtlich regenerativer Energieerzeugung sowie die industrielle Kapazität, hochkomplexe technische Lösungen umzusetzen und skalieren zu können.

Vor diesem Hintergrund organisierte ELNET Deutschland das erste German Israeli Green Hydrogen Forum. Den Auftakt bildeten die Impulsvorträgen von Dr. Stefan Kaufmann MdB, Innovationsbeauftragter für Grünen Wasserstoff beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), und Dr. Gideon Friedmann, Acting Chief Scientist im israelischen Energieministerium. Im Anschluss wurde auf zwei hochkarätig besetzten Panels über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Vorgehensweisen der beiden Staaten sowie verschiedene Kooperationsmöglichkeiten diskutiert. 

Bei der Bewältigung der sich abzeichnenden Klimakrise kann Grüner Wasserstoff eine zentrale Rolle spielen. Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass Deutschland nicht über die Kapazitäten verfüge, um die benötigten Mengen von Wasserstoff selbst zu produzieren und daher auf Energieimporte angewiesen sein wird. Israels Funktion könne in diesem Kontext jedoch nicht nur die des Lieferanten sein, sondern vor allem die eines Technologie-Partners. Israel verfüge bereits über weitreichende Erfahrungen, ob nun bei der Entsalzung von Meereswasser zur Schonung der knappen Süßwasserreserven oder bei der digitalen Sicherung der Erzeugungs- und Transportnetzwerke. Andererseits ist die Nutzung von regenerativen Energien in Israel weniger ausgeprägt als in Deutschland. Das israelische Stromnetz müsse dafür noch angepasst und modernisiert werden. Dies bietet wiederum deutschen Unternehmen Chancen und Möglichkeiten.

Während der Veranstaltung wurde außerdem argumentiert, dass die Kosten für Herstellung und Transport von Grünem Wasserstoff signifikant gesenkt werden müssten, damit eine Nutzung wirtschaftlich sinnvoll wird. Bilaterale Projekte könnten darauf abzielen und so den Technologietransfer weiter vorantreiben, während nationale Alleingänge vermieden würden.

Um das Potenzial von Grünem Wasserstoff voll ausschöpfen zu können, ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig. Produktion, Lagerung, Transport und Nutzung dürfen nicht separat voneinander betrachtet werden. Aktuelle Projekte, wie die Gaspipeline von Israel nach Europa, sollten von Anfang an darauf ausgelegt werden, dass sie auch für Wasserstoff genutzt werden können. Hier ist eine enge zwischenstaatliche Koordination sowie entsprechende Regulierung und Förderung gefragt.

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