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Strasbourg Forum: Deutsch-französischer Dialog zu Antisemitismus und Islamismus

Der wachsende Einfluss radikaler, islamistischer Strömungen in Europa stellt Deutschland und Frankreich gleichermaßen vor große Herausforderungen. Antisemitismus, insbesondere in seiner israelbezogenen Ausprägung, stellt dabei häufig eine weltanschauliche Grundlage dar, die verschiedene Ideologien und Organisationen miteinander verbindet.

Die kürzlich veröffentlichten Zahlen zu politisch motivierter Kriminalität im Jahr 2025 zeigen erneut einen klaren Anstieg antisemitischer Straftaten. Sie nahmen um rund 5 Prozent auf 6.548 Fälle zu. Fast die Hälfte aller Straftaten hatte dabei einen Bezug zum Nahen Osten, während die Fallzahlen im Bereich „ausländische Ideologie“ mit einem Plus von 18,2 Prozent besonders stark stiegen.

Vor diesem Hintergrund richteten ELNET und die Konrad-Adenauer-Stiftung Anfang Juni in Paris das diesjährige deutsch-französische Strasbourg Forum aus. Das Format besteht seit 2021 und bringt Entscheidungsträger und Experten aus beiden Ländern in einem vertraulichen Rahmen zusammen.

Nachdem 2023 die Vertiefung der Abraham Accords, energiepolitische Fragen und die deutsch-französische Verteidigungskooperation im Fokus standen, ging es in diesem Jahr um die wachsende Bedrohung durch den Islamismus, die Rolle von (israelbezogenem) Antisemitismus und um konkrete Lösungsansätzen der deutsch-französischen Zusammenarbeit.

In zwei Sessions diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst strukturelle Fragen der Länder wie den französischen Laïcité-Ansatz oder den deutschen Umgang mit Netzwerken und Strukturen der Muslimbruderschaft. Auch die Rolle des Antisemitismus als gemeinsamer Nenner islamistischer Strömungen kam zur Sprache.

Nach einer umfassenden Erörterung der wachsenden Herausforderungen ging es darum, gemeinsame Handlungsempfehlungen zu entwerfen. Dabei wurde über eine bessere Kontrolle von Finanzströmen und umfassendere Transparenzpflichten für Nichtregierungsorganisationen gesprochen. Es müsse insbesondere sichergestellt werden, dass islamistische Strukturen nicht durch Steuergelder unterstützt würden.

Ebenso brauche es eine engere europäische Koordination im Polizei- und nachrichtendienstlichen Bereich. Deutschland und Frankreich könnten hier gemeinsam vorangehen und eine Vorreiterrolle in der Europäische Union übernehmen.

Auch eine engere Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Nahen Osten wurde als sinnvoll erachtet. Im Israel Survey 2025 sprechen sich bereits über 60 Prozent aller befragten europäischen Abgeordneten für eine vertiefte Kooperation mit Israel in der Terrorismusbekämpfung aus. Darüber hinaus könnten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und andere arabische Staaten ihre Erfahrungen einbringen, denn auch sie sehen den wachsenden Islamismus in Europa mit Sorge.

ELNET und die Konrad-Adenauer-Stiftung möchten den Austausch weiter vertiefen und so dazu beitragen, dass Europa besser abgestimmte politische Antworten auf Islamismus und Antisemitismus findet.

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